Am Set der „Avatar“-Sequels: „Wonder Woman“- und „Harry Potter“-Star fühlt sich wie ein „totaler Anfänger“

In einem neuen Interview gesteht David Thewlis, der in seiner langen Karriere schon in vielen Großproduktionen mitgewirkt hat, dass er am Set von „Avatar 2“ und „Avatar 3“ nicht wirklich durchschaut, wie die ganze Produktion eigentlich funktioniert.

Trotzdem ist die etwas naive Erklärung irgendwie auch ziemlich sympathisch, zumal der Star aus Blockbustern wie „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes“ und „Wonder Woman“ mit derselben Offenheit fortfährt: „Ich habe das nicht ganz verstanden, als ich mich mit James Cameron getroffen habe. Ich war ziemlich überrascht, als mir das angeboten wurde. Ich bin neugierig darauf, wie es am Ende aussehen wird, denn sie lassen die Figur schon ein wenig wie man selbst aussehen.“

ANFÄNGER MIT 35 JAHREN ERFAHRUNG

Aber während man schon nachvollziehen kann, dass ein Schauspieler nicht derart tief in die Mythologie von Pandora abtaucht wie „Avatar“-Mastermind James Cameron, der seit mehr als zehn Jahren wahrscheinlich über kaum etwas anderes nachdenkt, überrascht es schon, wie Thewlis über den technischen Aspekt des Drehs spricht. Schließlich ist er auch in Sachen Großproduktionen alles andere als unerfahren:

Zum ersten Mal fühle ich mich wie ein totaler Anfänger, als wäre es mein erster Job überhaupt. Ich arbeite seit 35 Jahren an Filmsets, aber bei ‚Avatar 2‘ habe ich mich wie ein Einsteiger durchgefragt: ‚So, was machen wir hier eigentlich? Was macht das da? Warum macht der das? Geht es jetzt los?‘ Ich fühlte mich sehr naiv. Und natürlich war ich das auch – denn keine der Regeln, die ich gelernt habe, konnte ich hier anwenden.“

JAMES CAMERON IST IN DER QUARANTÄNE

Und tatsächlich läuft ein Filmdreh mit einem Visionär wie James Cameron eben auch ganz anders ab – so gibt es etwa jede Menge Kameraleute am Set, die aber gar nicht dafür da sind, den eigentlichen Film zu drehen. Dazu Thewlis: „Ich habe keine Idee, wie meine Szenen am Ende aussehen werden. Es gibt zwar 16 Typen mit Kameras im Raum, aber die nehmen nur Reverenz-Material auf, das sich James Cameron dann später ansieht. Das wird aber alles nie auf die Leinwand kommen. Dafür sind die Sensoren da, von denen etwa 200 im Raum angebracht sind. Die machen ihr Ding.“

Aktuell wird am Set von „Avatar 2“ allerdings gar nichts aufgenommen. James Cameron ist zwar inzwischen wieder in Neuseeland angekommen, begibt sich dort aber erst einmal in eine zweiwöchige Selbstquarantäne, bevor er wieder ans Set zurückkehrt.