„Die Mumie“-Flop: Hat Tom Cruise das geplante Monster-Universum ruiniert?

Die Neuauflage von „Die Mumie“ sollte ein ganzes Fantasy-Universum aus der Taufe heben, stattdessen ging der Film aber bei Kritik und Zuschauern baden. Ein Grund könnte der große Einfluss von Hauptdarsteller Tom Cruise auf das Projekt gewesen sein.

Mit „Die Mumie“ sollte 2017 eine geschichtsträchtige Reihe an Abenteuer-Krachern eine Neuauflage erhalten, deren vorherige Inkarnation mit Brendan Fraser sich noch immer großer Beliebtheit erfreut. Produzent Universal wollte mit dem Film das Fundament eines zusammenhängenden Horror-Universums nach Marvel-Vorbild legen, in dem klassische Schreckensgestalten wie Frankenstein oder Mr. Hyde ihr Unwesen treiben.

Doch mit dem Misserfolg des Films bei den Kritikern und an den Kinokassen verschwand das als „Dark Universe“ geplante Franchise letztlich wieder in der Versenkung und die Verantwortlichen suchten nach Gründen für den Flop. Einer könnte dabei Haupdarsteller Tom Cruise selbst sein:

Cruise übernahm offenbar an vielen Stellen der Dreharbeiten die Kontrolle über „Die Mumie“ und könnte so das enttäuschende Resultat entscheidend mitgeprägt haben.

SUPERSTAR AUF ABWEGEN?

Laut einem Hintergrundartikel von Variety wurden Cruise vonseiten Universals für die Produktion umfangreiche Privilegien zugestanden: So konnte er etwa ein ihn nicht zufriedenstellendes Drehbuch ablehnen, überwachte den Filmschnitt und bestimmte angeblich auch die mehr als 100 Millionen Dollar teure Marketingkampagne des Films entscheidend mit.

So holte sich Cruise für einen neuen Drehbuchentwurf wohl neben seinem alten Bekannten Christopher McQuarrie („Jack Reacher“, „Mission Impossible: Rogue Nation“) noch zwei weitere Autoren hinzu, die laut Quellen von Variety insbesondere den Part des Hauptdarstellers ausbauten. Vom Endresultat war Universal wohl nicht begeistert, gab aber grünes Licht.

IST DER FLOP WIRKLICH TOM CRUISES SCHULD?

Eine Version der Geschichte lautet also, dass der Hauptdarsteller durch sein übersteigertes Kontroll- und Geltungsbedürfnis einen soliden Horrorfilm in ein Tom-Cruise-Vehikel verwandelt hat, dass dann nur wenige Zuschauer interessierte und bei der Kritik durchfiel.

Cruises Eingreifen für das maue Resultat an den Kinokassen und in den Medien verantwortlich zu machen, scheint allerdings ein zweifelhaftes Argument. Schließlich ist schwer abzuschätzen, wie der Film ohne Einfluss des Stars ausgesehen hätte oder ob beispielsweise die ursprüngliche Drehbuchversion zu einem erfolgreicheren Film geführt hätte. 

Manche mutmaßen laut Variety auch, dass Cruise gezwungen war, das Steuer zu übernehmen, da Regisseur Alex Kurtzman von den Rahmenbedingungen des Films völlig überfordert war. Tatsache ist, dass Kurtzman zuvor lediglich bei dem Comedy-Drama „Zeit zu leben“ Regie geführt hatte und für den Startschuss eines ganzen Fantasy-Universums womöglich zu wenig Erfahrung mitbrachte.

Cruise hätte demnach gerettet, was noch zu retten war. Wie dem auch sei: Es reichte unserer Meinung nur zu „überaus mittelmäßigen“ Resultaten.